Thomas Gatzemeier | Zehn Damen in der Freizeit

2.200,00 

Zehn Damen in der Freizeit 1992

Tusche auf Kontopapier
45 x 57,5 cm
Passepartout 70 x 80 cm

Das verwendete Kontopapier aus den 1920er Jahren ist reines Hadernpapier nicht säurebehandelt und daher verhältnismäßig lichtunempfindlich. Dennoch sollte bei Hängung im Tageslicht ein UV-Strahlung absorbierendes Glas für die Rahmung verwendet werden.

30 Tage Widerrufs- und Rückgaberecht. Rücktransport auf Kosten von Soll und Haben Verlag und Kunsthandel. Kauf auch auf Rechnung.

Beschreibung

Thomas Gatzemeier | Zehn Damen in der Freizeit

Thomas Gatzemeier | Zehn Damen in der Freizeit ist ein Blatt auf dem der Künstler mit spielerischer Virtuosität Figuren auf die zur Ordnung mahnende Fläche wirft. Er durchbricht das Liniengerüst und hält sich an keine Rubrik. Auch in dieser Arbeit sehen wir das zeichnerische Vermögen, welches nicht nur durch die akademische Züchtigung und die Schulung seines Auges an Picassos und den Zeichnungen des Klassizisten Jean-Auguste-Dominique Ingres eine eigene Form gefunden hat.

Mit „Gegenstand der Buchung“ bezeichnet Thomas Gatzemeier seine wiederbenutzten, in die Welt der Künste überführten und subtil bearbeiteten Kontoblätter. Zehn Damen in der Freizeit erinnert ein wenig an einen Garten der Lüste. Sich räkelnde Damen aber auch herumstehende sind zum Inventar des unbenutzten Kontoblattes geworden. Der Garten Eden – ein Topos der Kunstgeschichte – wird auf dem Blatt Thomas Gatzemeier | Zehn Damen in der Freizeit abermals verbucht.

Lucas Cranach und Hieronymus Bosch malten diesen Mythos.

Die Bibel gibt uns keinen genauen Ort dieses sagenhaften Gartens an. Eine Deutung des Garten Eden läuft darauf hinaus, ihn als unschuldige Wonne eines Kindheitszustandes zu begreifen. Dieser Zustand sollte im Idealfall auf die gesamte Menschheit übertragen werden. Die Unschuld war jedoch hinüber als Eva den ihr von einer Schlange angebotenen Apfel vom Baum der Erkenntnis, von Gut und Böse, annahm. Die weißen, unbeschriebenen Blätter des Soll und Haben wurden seit dem mit zahlreichen Vergehen gefüllt. Leid, Missgunst und Hass in Zahlen gefasst. Unser Leben zwischen den Seiten verbucht und eingezwängt. Da behauptet wird die Kunst sei frei, und wenn dem wirklich so ist, vermag sie im Buch des Lebens Spuren zu hinterlassen und Gewesenes und Erdachtes zu dokumentieren.

Weitere Unikate finden Sie unter der Rubrik “Originale Papier”.