Horst Kistner – Fotografien 2017

Visuelles Erzählkino: Inszenierte Tableaus mit narrativer Spannung

Die Werke aus dem Jahr 2017 dokumentieren eine weitere Etappe in Horst Kistners künstlerischem Universum.

Mit klarer Handschrift, sorgfältig gestalteten Bühnen und atmosphärisch aufgeladenem Licht erzählt Kistner in dieser Serie tiefgründige Alltags- und Lebensgeschichten.

Die Präsentation als hochwertige Fine‑Art-Pigmentdrucke, limitiert und signiert, macht diese Unterkategorie zu einem besonderen Highlight im Sortiment des Soll & Haben Verlags.

Albergo Centrale – Die Auswahl der Schuhe als intime Szene

In „Albergo Centrale“ befinden wir uns in einem stilvoll eingerichteten Hotelzimmer. Eine Frau steht entschlossen vor einer Auswahl roter und weißer Pumps, platziert auf einem Holzfußboden unter einem gemusterten Bett.

Die Schuhwahl als Spiegel innerer Zustände: Verunsicherung, Erwartung und ästhetische Eleganz verschmelzen. Die Szene wirkt wie eingefangen aus einem Film der 50er Jahre – doch sie bleibt offen, persönlich und psychologisch vielschichtig.

Malinconia – Momentane Wehmut im Porträt

„Malinconia“ zeigt ein Porträt einer Frau vor zurückhaltend gemusterten Tapeten. Ihr Blick ist nach unten gerichtet, das Licht fällt weich über ihr Markenzeichen: starke Wangenknochen und zurückgekämmtes Haar. Der Titel verweist auf eine Stimmung zwischen Nachdenklichkeit, Melancholie und kontemplativem Innehalten. Dieses Bild erzählt vom Rückzug in sich selbst – psychologische Tiefe wird durch einfache, präzise Bildsprache transportiert.

The Game – Spannung im Stillstand

Im Bild „The Game“ treffen wir erneut ein weibliches Modell in einem Wohnzimmer-Setting – diesmal mit einem Retro-Tennisschläger neben einem vintage Fleischwolf. Der Aufbau wirkt wie eine Szene voller symbolischer Spannung.

Die Gitterstruktur des Schlägers projiziert Schatten ins Gesicht der Frau, was Zwiespalt und Erwartung ins Bild bringt. Ist es ein Spiel, ein Ritual, ein unausgesprochener Dialog? Compelling inszenierte Fotografie, die Fragen stellt. (Blog: Die inszenierte Fotografie von Horst Kistner)


Stilistische Entwicklung 2017

Die Serie von 2017 markiert eine klar abgegrenzte Phase in Kistners Schaffen. Er bleibt Meister der miniaturhaften Erzählung, in der ein Accessoire – Schuhe, ein Schläger – zum Schlüssel wird. Seine Bildsprache entwickelt sich weiter, indem alltägliche Objekte in narrative Spannung gesteigert werden. Das Licht übernimmt eine narrative Funktion: Es formt Räume, Emotionen und Interpretationsspielraum.

Alle Fotografien von Horst Kistner

Fotografien von Horst Kistner als "Kleines Kunstgeschenk".