Thomas Gatzemeier – Katalog Mannheimer Kunstverein

19,00 

Malerei, Zeichnung, Plastik (Katalog)
Kunstverein Mannheim
Städtische Galerie Zwickau am Domhof 1998
Texte: Dr. Martin Stather und PD Dr. Christian Soboth
63 Farbabbildungen

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Beschreibung

Thomas Gatzemeier – Katalog Mannheimer Kunstverein

Thomas Gatzemeier – Katalog Mannheimer Kunstverein dieser, mittlerweile seltene, Katalog zeigt anhand seier zahlreichen Abbildungen, wie vielseitig der Künstler Thomas Gatzemeier mit Form und Farbe umzugehen vermag. Einzelne Werkgruppen schälen sich heraus. Von der Figur zur Abstraktion und zurück. Ein Dokument seines Schaffens am Ende des vergangenen Jahrtausends.

Die Renommierte Karlsruher Druckerei Engelhard & Bauer sorgte für eine exzellente Bildqualität auf schwerem Kunstdruckpapier.

Rhein-Neckar-Zeitung, 30.01.1998 (Milan Chlumsky)
Die Tiefe der Oberfläche
Thomas Gatzemeier – Katalog Mannheimer Kunstverein
Erst aus der Ferne lassen sich schemenhaft Frauenkörper erkennen. Sie scheinen unter einer dick
aufgetragenen Malschicht zu verschwinden. Nur einzelne Körperteile kann man erahnen. Thomas
Gatzemeier bearbeitet die Körper der „Liegenden‘ oder der „Sitzenden‘ zweidimensional, ganz im
klassischen Stil. Erst nach und nach trägt der 1954 in Sachsen geborene, 1986 aus der DDR ausgebürgerte und seitdem in Karlsruhe lebende Maler eine immer dicker werdende Farbschicht auf die Leinwand. In der Tiefe der Oberfläche scheint sich ein geheimes Spiel abzuspielen, als ob das dem Zuschauerauge Gebotene (und Okkultierte) in sein Hirn verlagert wäre.

Ist es nur eine Sinnestäuschung, mit der der Maler gekonnt Sehnsucht weckt, die im Bild gar nicht vorkommt?

Oder lagert in der Malerei Gatzemeiers so viel von se iner Sehnsucht (die man nicht nur auf den Körper fixieren kann, denn sie ist genauso gut in seinen Landschaften zu finden), daß sie sich unweigerlich auf den Zuschauer überträgt? Bei diesem Maler überragen die handwerklichen Fertigkeiten bei weitem vieles, was am heutigen Kunstmarkt sowohl in der Thematik wie auch in der materiellen Ausarbeitung (sehr zum Leidwesen künftiger Restauratoren) findet. Sie ermöglichen eine schöpferische Freiheit, die in der westlichen Kunst eher eine Ausnahme ist. In einem langsamen Arbeitsprozeß gelingt es ihm, den ursprünglichen libidinösen Impuls in eine erotische Sehnsucht zu verwandeln. Bewußt oder unbewußt tritt er dem heutigen Trend entgegen, den menschlichen Körper (und auch jegliche Landschaft) zu einer flüchtigen, reizüberfüllten Oberfläche zu degradieren.

 Weitere Publikationen von und über Thomas Gatzemeier finden Sie in der Rubrik „Bücher und Kataloge“.